Warum werden Daten abgehört?

Die Nachrichtendiensten aller Nationen hören unsere Daten ab und speichern sie in gigantischen Daten Speicher. Aber warum tun sie das?

Google Suchergebnisse, Email Verkehre, Telefonate, Navigationsdaten, Finanztransaktionen, usw. werden abgehört und gespeichert. Hierbei ist es oft gleichgültig, ob wir unsere Daten verschlüsseln oder nicht. Die größten Rechenzentren der Welt sind eigens dafür gebaut worden diese Verschlüsselung zu decodieren.

Uns Verbrauchern fehlt hier das Bewusstsein für das, was da jeden Tag mit uns geschieht. Auch kann sich niemand anschaulich vorstellen, wie eine systematische Auswertung solcher Datenmengen funktionieren soll. Und trotzdem gibt es die Daten Speicher und die Nachrichtendienste wollen alle Daten haben.

Auswertungsmethoden für große Daten Mengen

Die Theorie der numerischen Mathematik half schon den Raumfahrern den geeigneten Eintrittswinkel in die Erdatmosphäre zu finden. Nur waren damals gewaltige Rechenzentren notwendig die Tage und Monate an einer einzelnen Rechenoperation arbeiteten. Heute jedoch ist jeder moderne Server leistungsstärker als die gesamte Rechnerleistung der 70ziger Jahre. Dies macht es heute mögliche Korrelationen bzw. Wechselwirkungen zwischen verschieden Datentypen zu berechnen.

Anwendungsbeispiel: Personaleinsatzplanung im Einzelhandel

Der Personaleinsatz im Einzelhandel wird über die Auswertung von Umsatzzahlen gesteuert. Dabei liegen dem Unternehmen die Umsatzzahlen für jede Filiale pro Stunde und Tag vor. Das Ganze noch herunter gebrochen auf einzelne Warengruppen und den Verkäufer. In erster Linie schauen die Filialleiter und Bezirksleiter auf die Umsatzwochenkurve und leiten hierauf den Personalbedarf der Filiale ab. Scheint diese Methode der Planung noch einleuchtend und richtig zu sein, so wird an dieser Stelle die Transparenz der Mitarbeiter unterschätzt. Es können die Leistungsfähigkeit eines einzelnen Mitarbeiters im Vergleich zum Durchschnitt analysiert werden und auch Auffälligkeiten heraus gearbeitet werden.

Beispiel:

Am Montagmorgen ist der Umsatz in der Filiale überdurchschnittlich, aber Mitarbeiter A erreicht bezogen seiner eigenen Umsatzwerte ein stark nach unten abweichenden Wert. Daraus kann der Vorgesetzte nun ableiten, das der Mitarbeiter anscheinend immer Montagsmorgen ein Leistungsproblem hat und zum Beispiel einen Detektiv damit beauftragen, das Privatleben des Mitarbeiters unter die Lupe zu nehmen.

Nach genau solchen Zusammenhängen suchen die Nachrichtendienste in dem großen Datenpool mit Hilfe der Korrelation und der KI (künstlichen Intelligenz).Wie genau aber funktionieren diese beiden Systeme?

Was ist Korrelation und was sagt sie aus?

Wenn zwei Werte mit einander korrelieren, dann spricht man davon, dass sie sich in Abhängigkeit von einander verändern. Hierbei unterscheiden wir zwischen positiver und negativer Korrelation.

Korrelation zwischen zwei Daten Typen mit dem Wert 1

Bei einer positiven Korrelation mit dem Wert 1 verändern sich die beiden verglichenen Datentypen proportional zu einander. Sie sind völlig voneinander abhängig. In der Praxis trifft man aber nur selten auf solche Korrelationen. In der Regel verändern sich Datentypen in einer Abhängigkeit zu einander, jedoch nicht in gleicher Stärke.

Daten Korrelation mit dem Wert 0,8

Bei einer negativen Korrelation mit einem Wert nahe -1 verändern sich die beiden Datentypen antiproportional zu einander. Auch hier spricht man von einer völligen Abhängigkeit welche in der Praxis nur sehr selten vorkommt. Eher wahrscheinlich sind Werte zwischen -0,7 und -0,9.

Daten Korrelation mit dem Wert -1

Der Zusammenhang der der Datentypen ist hier ebenfalls einfach abzuleiten. Je größer der Datentyp A wird desto kleiner wird der Datentyp B. Darüber hinaus sind aber die meisten Vergleiche zwischen 2 Datentypen ohne auffälligen Befund und sehen daher eher so aus.

Datenkorrelation mit dem Wert 0

Genau aus solchen Wechselwirkungen zwischen Datentypen können nun sogenannte Avatare gebildet werden. Das heißt jeder von uns hat einen virtuellen Avatar mit seinem Namen der erst einmal leer ist. Das Ganze wird nun mit Name, Anschrift, Ausbildung, Beruf, Alter Familienstand gefühlt und schon entwickelt sich ein ganz konkretes Bild von diesem Menschen. Und mit jedem einzelnen Datensatz oder auch Einkauf wird die Lupe schärfer gestellt und das Bild des Nachrichtendiensts von Ihnen und Ihrem Avatar wird klarer.

Neben dieser eher klassischen Analysemethode wurde in den letzten Jahrzenten die KI immer weiter entwickelt. Ziel hierbei ist es Programme und Strukturen zu entwickelt die selbstlernend sind und sich permanent weiter entwickeln. Solche Methoden sind dann in der Lage in riesigen, chaotischen Datenmengen Muster zu erkennen und unregelmäßige Wechselwirkungen festzustellen.

Was aber sind die möglichen Konsequenzen?

Die Nachrichtendienste werden in Ihren Prognosen immer besser werden, was die Sicherheit in unserer Welt erst einmal deutlich erhöhen wird. Auf der anderen Seiten werden aber auch einige Menschen ins Visier der Behörden geraten, vielleicht sogar monatelang observiert, ohne das sie sich etwas haben zuschulden kommen lassen. Das sind dann die Kehrseiten von falschen Prognosen der Vorhersagedienste. Denn 100 prozentige Aussagen werden auch in der Zukunft nicht möglich sein.

Viel interessanter aber sind hier nicht die Verbrechensbekämpfung sondern die wirtschaftlichen Interessen. Doch hier muss erst noch ein weiterer Punkt beleuchtet werden, denn die Anbieter Google, Facebook, Microsoft, usw. stellen nicht nur Daten für die Nachrichtendienste zur Verfügung sondern auch sogenannte Backdoors.