Datenschutz? Betrifft uns nicht!

Der Datenschutz ist für mich nicht wichtig, denn ich habe nichts zu verbergen ist der allgemeine Tenor. Sie denken genauso?

Prima, dann haben Sie sicher nichts dagegen, wenn ich Ihre Post öffne und lese, Ihre Telefonate abhöre, Ihnen auf Schritt und Tritt folge und vielen andere Dinge mehr? Nein? Aber hatten Sie nicht gerade gesagt, dass Sie das nicht betrifft?

Die Arbeitskollegen sind betroffen, wenn der Chef wieder einen Kollegen zur Sau macht, die Eltern freuen sich über das bestandene Abitur der Tochter, als hätten sie selbst die Prüfung geschafft. Eine junge Frau ringt mit den Tränen als sie erfährt, dass ihre Freundin die Mutter verloren hat. Was Sie alle verbindet ist das Mitgefühl.

Verantwortlich sind die Mitte der 90er-Jahre entdeckten „Spiegelneuronen“ im Gehirn. Nicht nur Emotionen werden auf diese Weise mitempfunden, sondern auch Handlungen, wie der niederländische Hirnforscher Christian Keysers betont: „Wenn wir einen Kinofilm sehen, teilen wir die Erfahrungen des Schauspielers. Unser Herz schlägt schneller, wenn der Held vom Dach eines hohen Gebäudes stürzt.“

(Lesen Sie mehr in einem Artikel der Apotheken-Umschau)

Anders sieht es dagegen aus, wenn der direkte „Spiegel“ fehlt. So verhungern jeden Tag 57.000 Menschen und trotzdem sind wir eher bereit für ein behindertes Kind eine Delfinkur in Amerika zu spenden wenn es nur ein Gesicht bekommt. Es hat dabei nichts damit zu tun, dass wir herzlos sind, sondern es ist einfach unsere eingeschränkte Wahrnehmung die wir als Menschen haben.

Der Bezug zum Datenschutz

Nun funktionieren die Menschen beim Thema Datenschutz leider ganz genauso. Wenn ich mit einem 4-seitigen Fragebogen vor Ihrer Tür stehe  und sie sollen ihn beantworten, so werden Sie mich wahrscheinlich wegschicken. Tatsächlich haben Sie schon hundertfach solche für den Datenschtz relevante Fragebögen ausgefüllt. Der NSA Skandal ist da nur noch das Sahnehäubchen.

Aus diesen Daten und Fakten werden nun Zusammenhänge gebildet, so dass sich mit der Zeit ein immer genaueres Bild über Ihre Person abzeichnet. Dieses Bild ist dann sogar genauer als das subjektive Bild was Sie selber von sich haben und dürfte für vielen Menschen, Unternehmen und Institutionen doch sehr interessant sein. Betrifft Sie der Datenschutz am Ende vielleicht doch?

(Lesen Sie weiter warum Daten abgehört werden und wie Zusammenhänge gebildet werden)